Gaslighting am Arbeitsplatz: Wenn du an deiner eigenen Wahrnehmung zweifelst
1/25/20263 min read


"Das habe ich nie gesagt." "Sie sind zu sensibel." "Das bilden Sie sich ein." – Wenn solche Sätze in Ihrem Berufsalltag zur Regel werden, könnte Gaslighting im Spiel sein.
Als promovierte Naturwissenschaftlerin und Coach für berufliche Krisen erlebe ich immer wieder hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte, die trotz ihrer Kompetenz massiv an sich selbst zweifeln. Der Grund ist häufig eine subtile Form psychischer Manipulation: Gaslighting.
Was ist Gaslighting im beruflichen Kontext?
Gaslighting ist eine Form der psychologischen Manipulation, bei der Ihre Wahrnehmung, Ihr Gedächtnis und Ihre Realität systematisch in Frage gestellt werden. Das Perfide: Es geschieht so subtil, dass Sie selbst zu glauben beginnen, das Problem zu sein.
Typische Gaslighting-Taktiken am Arbeitsplatz:
Realitätsverzerrung: "Das Meeting war letzte Woche, nicht gestern." (War es aber gestern)
Gedächtnismanipulation: "Ich habe Ihnen das doch gesagt." (Hat er nicht)
Emotionale Invalidierung: "Sie überreagieren." "Sie sind zu emotional für diese Position."
Wissenslücken schaffen: Informationen bewusst vorenthalten, sodass Sie in Problemlagen geraten
Isolation: Negative Gerüchte verbreiten, während nach außen alles harmonisch wirkt
· Kompetenz-Anzweiflung: Ihre Leistung wird entwertet, Erfolge anderen zugeschrieben
Warum ist Gaslighting so schwer zu erkennen?
Das ist genau das Problem: Gaslighting erkennt man oft erst nach Monaten oder Jahren. Ich kenne das aus eigener Erfahrung – ich brauchte ein halbes Jahr, bis ich realisierte: "Der will mir böse."
Typische Gedanken während des Gaslightings:
"Vielleicht liegt es wirklich an mir."
"Ich bin nicht gut genug."
"Meine Wahrnehmung muss falsch sein."
"Der Chef sieht so nett aus, das muss auf meiner Ebene liegen."
Diese Selbstzweifel sind kein Zeichen von Schwäche. Sie sind das beabsichtigte Ergebnis der Manipulation.
Die wissenschaftliche Perspektive: Was passiert im Nervensystem?
Aus meiner Arbeit als Professorin für Gesundheitsmanagement weiß ich: Gaslighting versetzt Ihr Nervensystem in einen dauerhaften Stresszustand.
Wenn die eigene Realität permanent in Frage gestellt wird, passiert Folgendes:
Das Nervensystem kann nicht mehr zwischen "sicher" und "unsicher" unterscheiden
Chronischer Stress führt zu körperlichen Symptomen (Schlafstörungen, Blutdruckentgleisung, Herzrhythmusstörungen)
Der Selbstwert, der bisher durch externe Bestätigung gestützt wurde, bricht weg
· Ohne stabilen inneren Selbstwert wird die Situation unerträglich
Das Ergebnis: Lähmung. Sie wissen rational, was passiert, können aber emotional nicht mehr handeln.
Konkrete Warnsignale: Erlebst du das gerade?
✓ Du dokumentierst zunehmend Gespräche und E-Mails, weil du deinem Gedächtnis nicht mehr trauest
✓ Du habst das Gefühl, ständig Fehler zu machen – obwohl du objektiv gute Arbeit leistest
✓ Nach Meetings mit dieser Person fühlst du dich verwirrt und erschöpft
✓ Kollegen distanzieren sich plötzlich von dir
✓ Du kannst nicht mehr klar benennen, was eigentlich das Problem ist
✓ Dein Körper zeigt Stresssymptome: Schlafstörungen, Verspannungen, Magenprobleme
✓ Du denkst: "Bin ich verrückt oder ist das hier wirklich toxisch?"
Was du jetzt tun kannst
1. Benenne, was passiert
Der wichtigste erste Schritt: Erkenne die Manipulation als das, was sie ist. "Das IST Gaslighting." Allein diese Klarheit kann befreiend wirken.
2. Dokumentiere systematisch
Führe ein sachliches Protokoll von Gesprächen, Vereinbarungen und Vorfällen. Nicht aus Paranoia, sondern zum Schutz deiner Wahrnehmung.
3. Reguliere dein Nervensystem
Bevor strategische Entscheidungen möglich sind, braucht dein Nervensystem Stabilisierung. Körperorientierte Methoden wie EMDR, Wingwave oder Tapping können hier nachweislich helfen.
4. Hole dir professionelle Unterstützung
Klassisches Karrierecoaching greift hier aber zu kurz. Du brauchst jemanden, der versteht: Das Problem liegt nicht in deinem Lebenslauf, sondern in der emotionalen Destabilisierung durch dysfunktionale Arbeitsbeziehungen.
Der Weg zurück zu Klarheit und Handlungsfähigkeit
In meiner Arbeit mit Menschen in dieser Situation sehe ich immer wieder: Erst wenn das Nervensystem reguliert ist, wird klares Denken und Handeln wieder möglich.
Mein Ansatz kombiniert wissenschaftliche Fundierung mit körperorientierten Methoden:
Nervensystem-Regulierung statt reiner Gesprächstherapie
Hilfe beim klaren Benennen der Situation
Aufbau eines stabilen, inneren Selbstwerts
Strategien zur Früherkennung toxischer Muster
· Vorbereitung auf gesunde berufliche Neuausrichtung
Dein nächster Schritt
Wenn du beim Lesen dieses Artikels gedacht haben "Genau DAS erlebe ich gerade" – dann vertraue dieser Wahrnehmung.
Du musst das nicht alleine durchstehen. Und nein, du bist nicht zu sensibel, zu schwach oder das Problem.
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In welcher Phase befindest du dich gerade?
Welcher konkrete nächste Schritt macht für deine Situation Sinn?
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Ich begleite dich mit wissenschaftlich fundierten Methoden – als jemand, der selbst weiß, wie sich berufliche Krisen durch dysfunktionale Beziehungen anfühlt.
